Willkommen! Das Theater Produktionen Spielplan Kartenbestellung Kontakt Anfahrt Impressum
     
   
  Larifari Luzifer  
  Szenenfotos
Pressestimmen
 
  Kinipfingst  
  Hallelujah  
  Brenzlige Umständ  
  Da Saubär und Da       Heiratsantrag  
     
     
 
     
 
Larifari Luzifer - Pressestimmen

<< Zurück zur Stückbeschreibung

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - - - -
SZ Starnberg am Montag, den 16.Oktober 2006 von Sylvia Böhm-Haimerl


Teuflischer Theaterspaß

Überzeugende Premiere von Gerhard Loews »Larifari Luzifer« in Aufkirchen
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - - - -
Starnberger Merkur am Montag, den 16.Oktober 2006 von Katja Sebald

Eine himmlisch teuflische Burleske
Loew Bühne feiert Premiere mit »Larifari Luzifer«
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - - - -
Am historischen Fauststoff, wonach ein Mensch für die Erfüllung aller geistigen und sinnlichen Wünsche seine Seele an den Teufel verkauft, haben sich schon viele Dichter versucht. Mit »Das Kasperltheater« hat sich auch Gerhard Loew an dieses immer wiederkehrende Motiv herangewagt. Die überarbeitete Version der teuflischen Burleske aus Bayern mit dem neuen Titel ?Larifari Luzifer" meisterte das Ensemble der Loew Bühne bei der Premiere am Freitagabend im Gasthof zur Post in Aufkirchen mit Bravour. Der tosende Applaus am Ende war wohl verdient.
    Wie im Ur-Faust geht es bei Loew (Autor und Regie) um das Streben nach Macht, Reichtum und Sinneslust. Wie bei Goethe ist die Hauptperson ein unzufriedener Grübler, der das Geheimnis der Welt und ihrer Zusammenhänge vergeblich zu ergründen sucht. Und auch hier versucht Luzifer die Menschen mit falschen Versprechungen vom rechten Weg abzubringen. Doch damit erschöpft sich die Ähnlichkeit mit dem klassischen Fauststoff. Den bei Loew hat der Teufel kein leichtes Spiel. Im Gegenteil, der so genannte Höllenfürst entpuppt sich als Schwächling, der geistig nicht gerade der Hellste ist. Da ist des Teufels Großmutter ein ganz anderes Kaliber. Wenn ihr Enkel schon schwer von Begriff ist, muss sie die Sache in die Hand nehmen. Sie versucht es mit der ihrer Meinung nach garantiert todsicheren Mixtur aus Liebe, Eifersucht, Verblendung und Begierde. Doch auch sie kann weder Ratzinger, den Schriftsteller in der Schaffenskrise, umstimmen, noch seine Magd Ursch, eine Weibsperson ohne jede Verlockung.
    Die Musik wurde unter Rainer Kellas neu arrangiert und Loew hat das Stück mit Einfühlungsvermögen neu inszeniert. Das klassische Faustmotiv hat Loew mit dem Hier und Heute verbunden. In der Unterwelt spielen Statistik und Unternehmensstrategie eine große Rolle. Der Teufel gibt sich modern und kommuniziert mit seiner Großmutter übers Handy. Und die Rollen hat Loew den Spielern buchstäblich auf den Leib geschrieben. Als alternder, von Selbstzweifeln geplagter Schriftsteller Ratzinger, der den Pakt mit dem Teufel gar nicht originell findet, zieht Bernhard Butz wie gewohnt alle Register seines schauspielerischen Könnens. Ensemble-Neuling Stephan Reischl stellt den leicht vertrottelten Luzifer hervorragend dar. Sonja Schroth meistert die Verwandlung der Magd Ursch vom hässlichen Entlein zur Schönheit ebenfalls gekonnt. Andrea Rosskopf glänzt als resolute Großmutter, die sich als knallharte Managerin im Dienste der Menschheit versteht. Und Walter Schmöller spielt den Hirschl, der sein ansteckendes Lachen als Therapie einsetzt, um Ratzinger von seiner Melancholie zu befreien, textsicher und routiniert. Das Fazit: In diesem Spiel ist das Böse zwar machtlos, erweist sich aber als teuflisches Vergnügen für den Zuschauer.

SZ Artikel ansehen

<< Zurück zur Stückbeschreibung

 
Ausgerechnet auf einen Freitag den 13. hatte die Gerhard-Loew-Bühne in Aufkirchen die Premiere des komplett überarbeiteten Stücks »Larifari Luzifer« gelegt. Kein Wunder, dass der Teufel und seine Großmutter es an einem solchen Datum geschafft haben, sich von harmlosen Handpuppen in, im wahren Sinne des Wortes, leibhaftige Gestalten zu verwandeln.
    Angefangen hat alles ganz harmlos, indem nämlich der Küchentrampel Ursch (Sonja Schroth) zwei greißlige Ratzen derschlagen hat. Dann aber wird ihr Brotgeber, der von einer Lebenskrise geplagte Schriftsteller Ratzinger (Bernhard Butz), von einem ausgesprochen schrillen Herrn mit feuerroten Ohrwascheln heimgesucht, der ihm den altbekannten Deal Lebensfreude gegen Seele anbietet. »Son ein oida Kas« findet der grießgrämige Ratzinger,der im übrigen mit der »Lustbarkeit im Unterleib« ohnehin längst abgeschlossen hat und sich auf die regelmäßige Einnahme von Antidepressiva verlegt hat, nachdem sein Selbsthilfe-Versuch fehlgeschlagen ist, sich mit dem Verfassen eines Kasperltheater-Stückls aufzuheitern.
Der Böse ist der Dumme Da kann ihm auch der Volksschauspieler Hirschl (Walter Schmöller) seines Zeichens Berufsoptimist, nicht recht helfen, obwohl er ihm das Stück mitsamt dem darin vorgesehenen Teufel und seiner Großmutter mit der gebotenen Verve vorspielt.
    Freilich, dass ausgerechnet für den Teufel in diesem Theaterstück die Rolle des Dummen vorgesehen ist, das ist für die Herrschaften aus der Unterwelt eine regelrechte Teufelslästerung, die sie zum Eingreifen veranlasst. Dass der Teufel (Stephan Reischl) auch in Wirklichkeit ein echter Waschlappen ist und ohne seine energische Großmutter (Andrea Roßkopf) überhaupt nichts zerreißen würde, das sei nun schon mal verraten.
    Ansonsten entspinnt Gerhard Loew in diesem Stück unter Verwendung von einer »Handvoll« Faust und einem »Stamperl« Brandner Kasper eine herrliche Komödie, die freilich in erster Linie vom ebenso gekonnten wie humorvollen Spiel aller fünf Akteure lebt. Ein schlichtes, aber wirkungsvolles Bühnenbild mit leuchtendem Rot vor Schwarz, wunderbar schrille Kostüme für das schräge Höllengespann, eine ebenso stimmige wie unaufdringliche Portion Gesang, vor allem aber viel Liebe beim Ausmalen der einzelnen Charaktere sind die köstliche Würze dieser gelungenen »teuflischen Burleske aus Bayern«.

Merkur Artikel ansehen